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Übersicht der Einreichungen

klagenfurt kulturREICH

Projektveranwortliche(r)

Dina Sautter

Schule

Die WI'MO Klagenfurt
BMHS
Fromillerstraße 15
9020 Klagenfurt

Angaben zum Projekt

Projektbeschreibung/-inhalt

"Lust am Leben" ist das Schulmotto dieses Jahres an der WI’MO. Dazu gehört es, jede SchülerIn in seiner Persönlichkeit wahrzunehmen. SchülerInnen mit Migrationshintergrund bekennen sich oft nicht zu diesem sondern versuchen sich anzupassen. Erstmals wurde ihnen die Möglichkeit gegeben, offen von ihrer Herkunft zu erzählen. Schule soll ein Ort sein, an dem sich Menschen verschiedenster Hintergründe begegnen und in ihrer Persönlichkeit gefördert werden, ohne sich ausgegrenzt zu fühlen. Oft kommen SchülerInnen aus ihrer eigenen Klasse nicht heraus und kennen kaum andere SchülerInnen, beziehungsweise empfinden bereits die der Nachbarklasse als Fremde.
Das Fach Kulturtouristik gibt die Chance, fremde Kulturen als Bereicherung unserer eigenen Kultur zu erleben. Diese wollten wir nützen.
Der Anstoß zu einem mehrjährigen Schulprojekt sollte da meine Maturaarbeit geben. Im Zuge klassen- und fächerübergreifender Aktionen, Veranstaltungen und Gesprächen sollte die bereichernde Vielfalt an Kulturen in unserer Schule ein Stück weit sichtbarer gemacht werden.

Die Motivation: Miteinander reden, statt übereinander.
Bald machte sich die ganze Schule auf Entdeckungsreise in den eigenen Wänden.
Durch sogenannte narrative Interviews der "einheimischen" SchülerInnen mit SchülerInnen mit Migrationshintergrund entstand ein interkultureller Austausch und Dialog. SchülerInnen mit Migrationshintergrund geben Auskunft über ihre Herkunft, Vergangenheit, Träume, Ziele, Vorstellungen, etc.
Die durchgeführten Interviews wurden in kurze ausdrucksstarken Texte verschriftlicht und geben einen Einblick in die Vielfalt von Klagenfurts Jugend.
Teils bewegende und spannende Erzählungen wurden zur Anregung von sozialem Lernen an der Schule. Im Zuge von mehreren Workshops und Veranstaltungen, darunter Lesungen der verschriftlichen Gespräche, wird die Thematik vertieft.
Das große Interesse der Jugendlichen an den Texten bestätigte die Zielsetzung, diese Geschichten zu veröffentlichen. Um etwas Nachhaltiges zu schaffen, werden die vielfältigen Texte in Form eines Buches abgedruckt. Dieses soll ein differenziertes Bild von Klagenfurts Jugend geben und in Schulen und öffentlichen Einrichtungen wie Jugendzentren aufliegen.
In diesem Zusammenhang fanden auch Fotoworkshops statt, dessen Ergebnisse in die Publikation integriert werden.

Das Thema wurde auch im Unterricht impliziert: Durch Teamteaching von Professorin und Schülerin gestalteter kooperativer Unterricht für die KulturtouristikschülerInnen wurde die Thematik behandelt. Aufgabe der SchülerInnen der 3. und 4. Klassen Kulturtouristik sollte es sein, auf „fremde“ SchülerInnen zuzugehen und Gespräche zu führen. So geschah Integration ganz praktisch und die SchülerInnen lernten, mit ihren eigenen Unsicherheiten besser umzugehen.

Höhepunkt war die Veranstaltung „klagenfurt kulturREICH“, ein Nachmittag der Begegnung, ein Kulturtreff, der den Dialog und den Austausch förderte. Das Musilmuseum öffnete sich für multikulturelle Begegnung und fungierte als Location.
Ein Teil stellte eine Lesung der verschriftlichten Interviews dar, außerdem begegneten die SchülerInnen unterschiedlicher Klassen und verschiedener kultureller Hintergründe einander bei Musik, Tanz und kulinarischen Kostproben aus verschiedenen Ländern. Die Eltern der SchülerInnen bereiteten gemeinsam mit ihren Kindern Spezialitäten aus den jeweiligen Heimatländern zuhause vor und brachten diese zum kleinen Fest der Kulturen.
Die im Tourismus von der Österreich-Werbung immer geforderte „Begegnungsqualität“ der österreichischen Gastgeber wurde den KTOU-SchülerInnen der 3.Klasse , die an dem Projekt beteiligt waren, hier praktisch vor Augen geführt. Ihre Aufgabe war es, in die Rolle der Gastgeber zu schlüpfen und die Jugendlichen einzuladen um dann Kontakte zu knüpfen und einander kennenzulernen.

Außerdem machte die Wanderausstellung "Migration on Tour" des Demokratiezentrum Wien für 2 Wochen Halt in unserer Schule. Diese besteht aus 12 Schautafeln zum Thema Migration und Integration und wurde in der Aula der Schule aufgestellt und durch Rauminstallationen des Faches Bildnerische Erziehung zum Thema Migration ergänzt. (Welche alltäglichen Lebensmittel, Kleidungsstücke, Gegenstände und Wörter haben denn eigentlich auch einen Migrationshintergrund?)
Im Zuge einer durch SchülerInnen und LehrerInnen gestalteten Finissage wurde einigen Klassen vor Augen geführt, wie wichtig ein offener Umgang miteinander ist. Paolus aus Äthiopien erzählte von seinen Wurzeln und begeisterte mit seinem musikalischen Können auf der Trommel. Eine weitere Maturantin berichtete von ihrem Afrika-Mal-Projekt, das sie mit einer Klasse durchführte. Der Film "little alien", welcher sich mit flüchtenden Jugendlichen beschäftigt, rundete die Veranstaltung ab.

Zu insgesamt 3 Terminen wurden die SchülerInnen, die zuvor bei Gesprächen von ihrer Heimat erzählten, eingeladen, um im schuleigenen Fotostudio Fotos für die Publikation zu machen. Diese Fotos sollten die Wirkung der Texte noch verstärken und werden in das Buch einfließen.

Weiters soll ein Sensibilisierungsworkshop von ZARA den SchülerInnen der 3. Kulturtouristikgruppe bewusst machen, wie wichtig ein reflektierter Umgang mit Menschen aus anderen Ländern ist.



Ziel/e des Projekts

Interkulturelle Kompetenzen stärken
Klima des multikulturellen Miteinanders und der Offenheit an der Schule schaffen
Vielfalt erkennen und als Bereicherung sehen
Respekt, Toleranz und Wertschätzung im Umgang miteinander
Fremdenangst, Distanzen und Hürden abbauen, Offenheit stärken
Klischees kritisch hinterfragen
Aufbau von klassenübergreifenden, freundschaftlichen Beziehungen
Stärkung der eigenen Persönlichkeit und Identität auf seiten der SchülerInnen mit Migrationshintergrund als auch auf der der Mehrheitsgesellschaft
Abkehr von unhinterfragten Stereotypen und Generalisierungen, reflektierender Umgang mit sogenannten "Ausländern"
Individualität fördern
Interkulturelles, lebendiges, soziales Lernen
Bewusstseinsarbeit an der Schule
Kulturelle Vielfalt als Ressource und Potenzial - Interkulturelle Bildung
Empowerment und Selbstbewusstseinsbildung
Eigenständiges, selbstverantwortliches Arbeiten
Gesellschaftlich neues Verhalten einer jungen Generation
Nachhaltigkeit!

„Feindbilder gedeihen am besten dort, wo es keine Kommunikation gibt.“

Zusammenarbeit Musilmuseum:
Leute, die größere Zugangsschwierigkeiten zur Kultur, zur Verfügung stehen & entsprechende Initiativen unternehmen gemeinsam mit d. benachbarten Schule Ideen entwickeln & umsetzen
Schaffung von Verständnis für andere Kulturen

Zielgruppe/n

Zielgruppe waren auf der einen Seite SchülerInnen mit Migrationshintergrund aus den unterschiedlichen Klassen und Jahrgängen der Schule im Alter von 15 bis 19 Jahren.
Auf der anderen Seite waren auch SchülerInnen der 3. und 4.Klassen im Ausbildungsschwerpunkt Kulturtouristik im Alter von etwa 16 bis 18 Jahren am Projekt beteiligt.
So bildeten sowohl Jugendliche der Mehrheitsgesellschaft als auch der mit Migrationshintergrund den Kern des Projektes.
Mittlerweile weitete sich das Projekt durch klassenübergreifende Veranstaltungen (Bsp. Ausstellung, Finissage) auf die gesamte Schule aus.

Status quo

das Projekt läuft derzeit

Erfolge und Besonderes

Es wurde an der Schule erstmals ein Zeichen gesetzt, um Interkulturalität sichtbar zu machen. Das Kennenlernen anderer Kulturen ist nicht nur durch Reisen ins Ausland möglich, sondern auch hautnah im eigenen Schulhaus. Erstmals wurden SchülerInnen herausgefordert, ihre Scheu zu überwinden und auf ihnen fremde MitschülerInnen zuzugehen um sie zu ihrer Heimat zu befragen. Das verlangte Mut und Eigeninitiative. Doch ermöglicht wurde eine neue Form des praktischen und sozialen Lernens, u.a. durch das Zugehen auf andere in der unterrichtsfreien Zeit. Das im Unterricht Gelernte wurde sogleich praktisch angewendet. Anfängliche Unsicherheiten wurden auf beiden Seiten schnell überwunden. Strahlende Gesichter und Offenheit waren die Folge. Junge Menschen schenkten sich gegenseitig Vertrauen.

Das Zugehen auf fremde Gesichter stärkte sichtbar das Selbstbewusstsein und persönliche Kompetenzen und brachte Respekt und Wertschätzung anderen SchülerInnen gegenüber. So geschieht Integration ganz praktisch.

Eine neue Form des Unterrichtens war ebenfalls ein großer Erfolg: Gemeinsam bereiteten Schülerin und Professorin erlebnisorientierten Unterricht für eine Klasse vor. Die SchülerInnen nahmen es als sehr positiv auf, einer fast gleichaltrige Schülerin in der Rolle des Lehrers gegenüberzustehen.

Erfolgschancen Buch "klagenfurt kulturREICH":
Interviewbücher sind in letzter Zeit für Erwachsene erschienen (Bsp. Colours of Carinthia), Theaterstücke mit Migranten am laufenden Band, sogar am Stadttheater. Das Thema ist derzeit sehr aktuell.
Für das Buch wurden professionelle Fotos im hauseigenen Fotostudio gemacht, die Neugierde wecken. Das Projekt wird von den Stellen gefördert, die auch Zugang zu Jugendlichen haben, d.h. die Bücher werden dorthin gebracht, wo sie gelesen werden.

Das Innovative an der Ausstellung "Migration on Tour": SchülerInnen lernten nicht wie üblich in der Klasse sitzend sondern kommunikationsfördernd in den Gängen. Die Ausstellung fand großen Anklang bei SchülerInnen und LehrerInnen und wurden in den Unterricht verschiedener Fächer integriert. (Beispielsweise behandelte eine Klasse die Thematik bei einer Schularbeit.)

"Wege entstehen dadurch, dass man sie geht." Fr. Kafka
- Der Weg ist das Ziel. Es wurde auf jeden Fall Bewusstseinsarbeit in den Köpfen vieler SchülerInnen geleistet und die Grenzen in den eigenen Köpfen ein Stück verschoben.

Fotoshootings für den Buchdruck: Internationale SchülerInnen wurden noch einmal gebeten, aus dem Schatten ins Licht zu treten und sich voll Stolz zu ihrer Herkunft zu bekennen. Viele Jugendliche haben sich vor die Kamera getraut und ausdrucksstarke Bilder sind enstanden. Dieses gegenseitige Fotografieren der SchülerInnen stärkte das Selbstbewusstsein (Empowerment).
Ein erfreulicher Prozess ließ sich beobachten: Einst schüchterne SchülerInnen blühten auf und bewiesen Stärke. Veränderung geschieht, wenn man den nötigen Raum dazu gibt!

Zeitrahmen

Projektzeitlauf Schuljahr 2011/2012 (Fortführung des Projektes und der Thematik in der Schule im nächsten Schuljahr durch weitere Aktivitäten geplant)

Projektbeginn mit 22.09.2011: Teilnahme am Vortrag von Renate Pfeiffer (ORF Kärnten) im Gespräch mit Geografin und Migrationsforscherin Dr. Christiane Hintermann beim Klagenfurter Frauensalon

ab 26.09.2011 bis dato: narrative Interviews mit SchülerInnen mit Migrationshintergrund an der Schule

18.10.2011: Gemeinsamer Theaterbesuch mit einer SchülerInnengruppe "NeinNaus" des Klagenfurter Ensembles, das einen Arbeitstag in der Abteilung "Pass/Fremdenrecht/Schusswaffen" einer beliebigen österreichischen Bezirkshauptmannschaft, thematisiert.

07.11.2011: Projektstart mit SchülerInnen der 3.Klasse des Faches Kulturtouristik. Methodisch aufbereitete Infostunden mit Unterstützung der Lehrerin.

Meilenstein 19.12.2011: m Zuge des Unesco-Welttages der Migration: Nachmittag der Begegnung, Kulturtreff im Robert-Musil-Literaturmuseum mit Lesung, Tanz, internat. Buffet, Gruppenaktivitäten, „Was bedeutet Heimat“

22.02.-02.03.: Wanderausstellung "Migration on Tour" (v. Demokratiezentrum Wien) in der Aula, ergänzt durch Rauminstallationen zum Thema Migration
Finissage mit Trommler Paulos

Fotoshootings für den Buchdruck an 3 Terminen im März, April

März, April 2012: Afrika-Mal-Workshop einer Maturantin mit 2 Klassen, Afrika-Trommel und Musikworkshop mit Paolus (erneut im Musilmuseum)

14. 05.2012: Zara-Sensibilisierungs-Workshop für SchülerInnen der 3.Klasse Kulturtouristik

weitere geplante Folgeaktivitäten:
Workshop "Fremde im eigenen Körper" mit Elke Galvin (Journalistin Kleine Zeitung)
Buchvorstellung "klagenfurt kulturREICH

Partner

Robert-Musil-Literaturmuseum: im Zuge "gelebter Nachbarschaft" stellte das Musilmuseum Location und Know-How bei ingesamt 3 gemeinsamen Veranstaltungen zur Verfügung. Weiters: Öffentlichkeitsarbeit
Ziele der Zusammenarbeit:
Das Musilmuseum möchte als Einrichtung auch Leuten, die größere Zugangsschwierigkeiten zur Kultur haben als andere, zur Verfügung stehen und entsprechende Initiativen unternehmen.
Das Museum hat durch das Projekt „Klagenfurt Kulturreich“ die Möglichkeit, für seine BesucherInnen Zugänge zu anderen Kulturen zu schaffen.
Gemeinsam mit der benachbarten Schule sollen Ideen entwickelt und umgesetzt werden.

Verlag Hermagoras: Buchdruck

Lehrerteam: Unterstützung bei den Aktionen, Behandlung der Thematik im Unterricht mit zahlreichen Klassen, (Bsp. Migrationsausstellung)

Eltern: Vorbereitung von Kostproben für die Veranstaltung "klagenfurt kulturREICH"

Evaluierung

Das Projekt wird evaluiert und zwar durch:
Feedbackbögen der SchülerInnen der 3.Klassen Kulturtouristik (wie wurde das teamteaching und die Thematik aufgenommen? persönliche Erlebnisse, Erfahrungen?)

Weiters wurden persönliche Gespräche geführt, wie das Projekt von Seiten der internationalen SchülerInnen aufgenommen wurde.

Übersicht der Einreichungen
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