Wir leben in einer modern, kurzweiligen Zeit, die Technik ist hoch entwickelt und zahlreiche technische Geräte ersetzten oft schon das zwischenmenschliche Miteinander. Genau hier möchten wir als Schule ansetzen, es soll ein bewusstes „MIT-VON–FÜReinander“ ermöglicht werden. Wir verwirklichen dies in einem Gesamtprojekt mit zwei Projektbereichen: 1) MITEINANDER - VONEINANDER "Kids4Kids" - Schüler/innen coachen Schüler/innen 2) MITEINANDER - FÜREINANDER Schüler/innen der CMS Orth/Donau und Bewohner/innen des örtlichen Landespflegheimes „Haus St. Michael“ begegnen einander ad 1) "kids4kids“ Aus einer Bedarfslage, die einerseits von Lehrkräften und andererseits von den Schüler/innen an unserer Schule aufgespürt wurde, fügte sich ein mehrteiliges Schulkonzept zusammen. Die Lehrkräfte beobachteten Schwierigkeiten in basalen Fähigkeiten und Fertigkeiten im Lesen und Rechnen der Kinder speziell in der Eingangsphase am Beginn der 5. Schulstufe. Genau hier setzt das Stütz- und Förderprogramm des Coachings an. Das MatheCoaching und LeseCoaching zielen auf eine Stütze und Förderung im Sinne eines AUFrichtens und nicht eines UNTERrichtens bei Schwächen im mathematischen und Lesebreich ab. Aus der Grafik kann der organisatorische Rahmen für das MatheCoaching und das LeseCoaching entnommen werden. Vor dem Einsatz des MatheCoachings mittels an der Schule entwickelten didaktisierten Unterlagen bietet der Lernstandsblick „Hände reichen“ eine diagnostische Hilfe. Ausgangspunkt für den Start des LeseCoachings ist ein diagnostischer Blick mittels Salzburger Lesescreeings auf die Lesestärken und –schwächen der Schüler/innen. Daran schließt ein basales LeseCoaching mit entsprechendem Stützmaterial an. Die Schüler/innen selbst spürten einen Bedarf in Bereichen des schulischen Zusammenlebens auf. Es war ihnen wichtig eine „Anlaufstelle“, einen sozialen „Coachingpoint“ zu etablieren. Dies wurde unter dem Schlagwort „meet us“ von den Schüler/innen zusammengefasst. Dabei wird das Ziel verfolgt, bei kleineren und größeren Problemen Hilfen anzubieten, Streit zu schlichten und/oder Ideen aufzugreifen. Dies bewerkstelligen freiwillige, speziell geschulte Coaches, wobei eine Begleitung durch Lehrpersonen erfolgt. Mehrfach gibt es strategische und reflexive Arbeitsessen mit den Coaches. Alle drei Bereiche des Coachingsystems bedienen sich des „reichen Schatzes“ des tutorialen Arbeitens in der peer group und des Potenzials der sensiblen Wahrnehmung von Schüler/innenbedürfnissen. ad 2) Schüler/innen sollen Kontakt zur älteren Generation aufnehmen und so ihre soziale Kompetenz vertiefen. Verständnis und Vertrauen wird in einem wechselseitigen Prozess aufgebaut. Die jeweils andere Meinung, anderes Wissen und anderes Können wird wertgeschätzt und anerkannt. Aufbauend dazu finden mehrmals im Schuljahr Besuche zu festgelegten Themen statt. Z.B. Arbeit im Therapiegarten, kreatives Gestalten, „Fit am Computer“, Gesellschaftsspiele, Ausflüge, Spaziergänge, gemeinsame Unterrichtsstunden,… Es soll eine Gesprächsbasis gefunden werden und so eine Beziehung zwischen Schüler/innen und Heimbewohner/innen aufgebaut werden. Aber auch die Senior/innen profitieren von dieser Zusammenarbeit. Sie erleben ein Angenommen sein von der jungen Generation, können ihre Lebenserfahrungen weitergeben, erleben eine Belebung des Heimalltages und gewinnen Lebensfreude. Es soll durch das gelebte Miteinander ein Gefühl der Zugehörigkeit und des gegenseitigen Vertrauens entstehen, die soziale Gemeinsamkeit soll in den Vordergrund treten. Diese Schüler/innenbeteiligungen stiften nicht nur Verantwortung und Vertrauen unter- und füreinander, sondern auch Identifikation mit der Schule. Entwicklungsprozesse in der Schule gelingen letztlich nur dann, wenn alle Schulebenen (Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern, Schulpartner/innen UND Schüler/innen) „Gleichwürdigkeit“ leben. An unserer Schule können wir auf sehr gute Erfahrungen blicken und sehen unser Motto - Vertrauen in das „kompetente Kind“ zu setzen - bestätigt.
PROFITIEREN DURCH UNTERSCHIEDE! Die CMS Orth/Donau hat es sich zum Ziel gesetzt Berührungsängste und Vorurteile zwischen den Generationen abzubauen. Die Bereitschaft für andere da zu sein, andere zu unterstützen bei unterschiedlichen Begabungsstärken.
Schüler/innen aller vier Jahrgänge sollen ihre soziale und fachliche Kompetenz an Hand unterschiedlicher Aktivitäten und gegenseitigem Lernen stärken. Lehrer/innen agieren als Koordinator/innen und Mentor/innen. Bewohner/innen des Landespflegeheimes "Haus St. Michael" sollen ein Angenommensein von der jungen Generation erfahren und neue Lebensfreude gewinnen.
das Projekt läuft derzeit
Aufgrund der großen Freude, des Interesses, sowie des unermüdlichen Einsatzes aller Beteiligten wird der soziale Schwerpunkt der CMS fortgesetzt und erweitert. "Kids4Kids" ist ein erfolgreiches Stütz- und Förderkonzept an unserer Schule. Draus ist mittlerweile ein gezieltes Mathe-, LeseCoaching und ein soziales Coaching ("Meet us") im Tutorensystem entstanden. Das LeseCoaching wurde sogar im ORF in der Sendung Report vorgestellt. Es wird im kommenden Schuljahr unter dem Namen „JA! Jung & Alt – miteinander – füreinander“ einerseits eine unverbindliche Übung in Kooperation mit dem Pflegeheim und der NÖ Dorf- und Stadterneuerung angeboten, sowie das Schüler/innen Coaching erweitert und intensiviert. Ziel der unverbindlichen Übung "JA! Jung & Alt – miteinander – füreinander“ ist es den Kontakt durch regelmäßige Besuche noch weiter zu vertiefen. Weiters werden "Aktivvorträge" von Ärzten/innen bzw. Therapeuten/innen und Pflegepersonal zu ausgewählten Themen (vorrangig zu: Altern, Krankheiten im Alter und deren Therapien, sowie Pflege alter Menschen) stattfinden. Diese sollen einerseits dazu dienen das „Altern“ besser zu verstehen, anderseits sollen dadurch Berührungsängste abgebaut werden. Auch soll Schüler/innen ein Einblick in pädagogische, therapeutische und pflegerische Berufe gewährt werden.
Im Lauf eines Schuljahres finden regelmäßig Coachingtermine (10 Minuten) jeweils vor der ersten Unterrichtseinheit statt und es werden in sogenannten "Arbeitsessen" die Coaches fachlich und mental begleitet. Zu ausgewählten Themen treffen sich Schüler/innen und Heimbewohnerinnen an Nachmittagen: 14.09.2011 Projekttag „Erkundung Therapiegarten“ – Schüler/innen und Heimbewohner/innen erkunden gemeinsam den neu errichteten Therapiegarten des Pflegeheimes. Dabei werden Kräuter gepflückt und im Anschluss wird damit gemeinsam in der CMS eine Jause zubereitet. 05.12.2011 „Weihnachten, ein Fest der Liebe“ – Die Schüler/innen basteln im Religionsunterricht Rosenkränze und werden in das Rosenkranzgebet eingeführt. Im Anschluss besuchen wir das „Haus St. Michael“ um mit den Bewohner/innen eine Gebetsstunde zu gestalten. 05.03.2012 „vorösterlicher Bastelnachmittag“ – Gemeinsam werden Ostereier und Küken gebastelt. 16.04.2012 „Unsere Kunstwerke“ - Besuch der Bewohneri/nnen des „Haus St. Michael“ in der CMS Orth/Donau und Betrachtung der fertig gestellten Ostereier und Küken am Osterstrauch der Schule. Im Anschluss gibt es eine gemütliche Jause. 08.05.2012 „Aussaat“ – Aussaat und Pflanzung von Gemüsepflanzen im Therapiegarten des Pflegeheimes. 19.06.2012 „Was kann geerntet werden?“ – Ernte der gemeinsam gesäten und gepflanzten Gemüsesorten und Verabschiedung der Abschlussklassen. 22.06.2012 „Ehrenamt“ – Gemeinsamer Ausflug in das Museumsdorf Niedersulz. An diesem Tag werden Projekte des Ehrenamtes in NÖ Pflegeheimen vorgestellt.
Schüler/innen, deren Eltern und Lehrer/innen der CMS Orth/Donau Bewohner/innen des Landespflegeheimes „Haus St. Michael“ Orth/Donau, sowie deren Ehrenamtskoordinatorin Gemeinde bzw. Schulgemeinde Orth/Donau, die LAK NÖ und die örtliche RAIKA unterstützen uns finanziell. NÖ Dorf- und Stadterneuerung bieten uns organisatorische Unterstützung.
Das Projekt wird evaluiert und zwar durch: Feedbackbögen