Link: Die Verhaltensvereinbarung der VS Lackenbach im Volltext Das eingereichte Projekt stellt die „Krönung“ einer langjährigen Entwicklung dar, nämlich der Bemühungen innerhalb der Gemeinde Lackenbach in Mittelburgenland die Schulpartnerschaft nachhaltig lebendig zu gestalten und allen „MultiplikatorInnen“ innerhalb der Gemeinde, die sich mit Kinder- und Jugendarbeit beschäftigen, die optimalste Unterstützung angedeihen zu lassen. So fand sich der Projekttitel: „Erziehungspartnerschaft & Soziale Kompetenzen“ - eine Erziehungspartnerschaft aller „Multiplikator/innen“ innerhalb der Gemeinde zugunsten unserer Kinder- und Jugendlichen, um diese für ihren Eintritt ins Berufsleben nachhaltig zu stärken (auch mittelbare Stärkung der regionalen Wirtschaft)! Unter „MultiplikatorInnen“ sind wie folgt zu verstehen: Eltern, Elternvertreter/innen, (Jugend-)Gemeinderäte, Bürgermeister, Sporttrainer/innen, Lehrer/innen, Jugendmusikkapellmeister, Gemeindepfarrer, … die das Zusammenspiel von sozialen Kompetenzen & sportlichem Engagement & psychosozialem Ausgleich in ihrer Gemeinde nachhaltig positiv prägen und Verantwortung für unsere Kinder & Jugendlichen übernehmen wollen. Projektentstehungsgeschichte & Vorreiterrolle der VS Lackenbach: Das Konzept der „mediativen Friedenspädagogik“ (© Vermittlungsexperten) wurde 2006 erstmalig in der VS Lackenbach durchgeführt. Davon ausgehend folgten bis dato Workshops über soziale Kompetenzen und Giri-Ausbildungen an über 15 weiteren Volksschulen in ganz Burgenland (später auch in Niederösterreich und Wien). Ihrer ehrlichen Initiative ist es zu verdanken, dass auch andere Partnerschulen es mittlerweile für wichtig erachten, Respektlosigkeit, Rücksichtslosigkeit, Missachtung von Personen und fremdem Eigentums auch in unserer nächsten Umgebung bereits durch Schulung unserer Kleinsten den Kampf anzusagen. Von den Schülerinnen und Schülern der 1. und 2. Klassen Aufmerksamkeit zu erlangen, ist jedes Mal auf´s Neue ein schwieriges Unterfangen, was schließlich auch für das Lehrpersonal energieraubend und demotivierend ist. Daher kam die Schulleitung zum Entschluss mit den Sozialen Lernen bereits ab der 1. Klasse zu starten, nicht wie zuvor erst ab der 3. Schulstufe! Das Projekt ist noch im Gange. Die Änderungen werden laufend registriert. Sie zeigen sich vor allem darin, dass Eltern und Lehrer/innen bei Fehlverhalten der Kinder im schulischen Umfeld umgehend miteinander Kontakt aufnehmen und gemeinsam über die Konsequenzen sprechen bzw. diese gemäß der neuen Vereinbarung konsequent vollziehen. Die Übungen, Spiele, Geschichten, die die Kinder parallel im Unterricht „Soziales Lernen“ durchmachen, bereiten den Kindern viel Spaß; es ist wichtig für sie, dass sie ihre Probleme/Konflikte ansprechen können und einen Weg finden, zu sagen was sie stört, ohne in die Wutspirale zu gelangen; das Klima allgemein wurde in den Klassen allmählich friedvoller – die Bemühungen der Lärmsheriffs, den Alltag in der Klasse ruhiger zu gestalten, war eindeutig erkennbar. Die Schülerinnen und Schüler sind motivierter, reden auch zuhause in ihren Familien über die Übungen, das Training.
Die Projektziele sind vorerst, damals wie heute dieselben – nämlich die Vermittlung von sozialen Kompetenzen und von Eigenverantwortung an unsere Kinder, damit diese selbstgestärkt und frei von Blockaden in ihre Zukunft gehen können. Aber auch die Schaffung einer kommunikativen Basis zwischen den Schulpartnern steht am Plan, wodurch jegliche Konfliktsituation umgehend konstruktiv, d.h.im Sinne aller Beteiligten bearbeitet werden können soll. Was sich im Laufe der Jahre herauskristallisiert hat, ist jedoch die Wichtigkeit der Vermittlung von Werten in Form von gelebten sozialen Kompetenzen! Schlagwörter wie „Respekt“ und „Achtsamkeit“ müssen – speziell für die Buben - konkret mit Verhaltensweisen einhergehen, die sie leicht nachvollziehen können. Als besonders vorbildlich wurden von ihnen zum Beispiel die Lebensregeln eines Karate-Meisters befunden. Zu verstehen, warum es besser ist die Kunst ohne Waffen zu siegen und die Anwendung von Kampfsport ohne Respekt nur reine Gewalt darstellt, ist für sie eine Herausforderung und begeistert sie. So wurden die Regeln körpersprachlich unterstützt, was der Lehrperson die Möglichkeit gibt nur noch das spezielle, miteinander vorab vereinbarte Körperzeichen zu zeigen, um die Kinder auf die Einhaltung der jeweiligen Regel verstärkt hinzuweisen. Die Ziele hier nochmals zusammengefasst: - Schaffung eines gewaltfreien Miteinanders - Vermittlung von wichtigen gesellschaftlichen und sozialen Werten - Bessere Absprache zwischen Eltern und Lehrer/innen betreffend Erziehungsarbeit - Schaffung einer optimalen Kommunikationsbasis zwischen Schulpartnern - Verstehen und Annehmen anderer Sicht- und Verhaltensweisen -Striktes Einfordern von Konsequenzen und somit erfolgreiches Zusammenspiel von Eltern und LehrerInnen im Falle eines Regelverstoßes eines Schülers, einer Schülerin. - Gegenseitige Achtung & Respekt - höhere Eigenständigkeit - Übernahme von Verantwortung für sich und sein Handeln - Unterstützung der „MultiplikatorInnen" Ziel u.a. war es auch auf die Situation an den Schulen allgemein und an der VS Lackenbach im speziellen aufmerksam zu machen, die Gemeindebevölkerung für das Thema „gewaltfreie Lösung von Konflikten“ zu sensibilisieren und die ausschließliche Verantwortung für ihre Kinder und deren Erziehung zu übernehmen.
das Projekt läuft derzeit
Besonders an der Vereinbarung ist: -Erstmalig Verhaltensvereinbarung von Schüler/innen, Eltern, Lehrer/innen von allen 3 Seiten unterfertigt … -… Verhaltensregeln mit Konsequenzen in der Schule und im Elternhaus! -Adaptierung der „Lärmsheriffs“/ Klasse als Team -Verhaltensregeln aus dem Karate-Do abgeändert - „die Kunst ohne Waffen zu siegen“, dadurch Persönlichkeitsstärkung -Wutknopf & Wutspirale & Elternwutinterview -Berücksichtigung aller Sinneskanäle beim sozialen Lernen (vor allem auch pantomimisch) -Diversity & interkultureller Dialog (z.B. Ungarische Nachmittagsbetreuerin) -Elternworkshops (Kooperation mit Bgld. Volksbildungswerk)
Verhaltensvereinbarungen gibt es an der VS Lackenbach bereits seit einigen Jahren. Diese wurde allerdings im Laufe der Zeit immer wieder adaptiert (positive Formulierungen gewählt) und mit leider mäßigem Erfolg eingehalten. Diese Entwicklung wurde zum Anlass genommen eine Verhaltensvereinbarung zu kreieren, die von allen Beteiligten gerne eingehalten und konsequent vollzogen wird. Es gab einen gemeinsamen Termin, an dem alle SchülerInnen, LehererInnen und Eltern teilnahmen, um gemeinsam an ihrer Situation zu arbeiten. SchülerInnen saßen in einem Kreis in der Mitte, dahinter die Eltern, darunter verteilt die LehrerInnen. Die Moderation der Veranstaltung übernahm die Schulleitung, unterstützt von der externen Mediatorin, welche bereits etliche Schulungen an der VS abgehalten hatte und das Konzept der „mediativen Friedenspädagogik“(© Verein „Vermittlungsexperten“) an dieser Schule einführte. Zuerst wurde von Seiten der Schulleitung der Unmut kund-getan, dass die Verhaltensregeln nicht eingehalten werden und, dass die Eltern offenbar nicht oder erst zu spät von dem unverhältnismäßigen Verhalten ihres Kindes erfahren. Folglich kommt es zu unzureichenden Reaktionen und Aussprachen mit den LehrerInnen. Dies soll nun in Zukunft anders ablaufen. Die Eltern sprachen den LehrerInnen gegenüber (vor den Kindern!) das uneinge-schränkte Vertrauen aus und waren sich einig, dass es ihre Rolle sei, ihre Kinder zu erziehen. So einigte man sich auf eine gemeinsame Gangart im Falle von gröberen Regelverstößen wird die zuständige LehrerIn die Eltern umgehend per Eintrag ins Mitteilungsheft um eine Unterredung (ev. auch telefonisch) ersuchen. Dies vor allem auch deshalb, um die Sache im Sinne des Kindes schnell und konsequent bereinigen zu können. In der Verhaltensvereinbarung, die jedes Kind mit seinen Eltern und der LehrerIn vereinbart, stehen bereits die 1) in der Schule gesetzten Konsequenzen und die 2) zuhause folgenden Konsequenzen. So weiß das Kind im voraus, was es im Falle eines Regelverstoßes zu erwarten hat. Die SchülerInnen selbst haben diverse Möglichkeiten von Konsequenzen aufgelistet und sich individuell für sich selbst die passenden ausverhandelt und mit ihrer Unterschrift bestätigt.
In erster Linie sind Eltern, Schüler/innen und Lehrer/innen am Projekt beteiligt. In weiterer Folge soll das Konzept jedoch auch von den sogenannten „Multiplikator/innen“ der Gemeinde getragen werden: Elternvertreter/innen, Gemeinderäte, Bürgermeister, Sporttrainer, Lehrer/innen, Gemeindepfarrer, Jugendgemeinderäte,… die das Zusammenspiel von sozialen Kompetenzen & sportlichem Engagement & psychosozialem Ausgleich in ihrer Gemeinde nachhaltig positiv prägen und Verantwortung für unsere Kinder & Jugendlichen übernehmen wollen! Elterninformation und Projektentscheidung erfolgten jeweils im Plenum. Von der alten Verhaltensvereinbarung ausgehend (2008) erfolgten einige Elternaktivitäten: - Gestalten des Regelbaums in der Aula, gemeinsames Töpfern & Bemalen der Blätter. - Elternworkshop-Angebot (3 x 3 Std., unterstützt von Bgld. Volksbildungswerk) Das neue Projekt „neue Verhaltensvereinbarung“ wurde ebenfalls einstimmig gestartet, die Unterstützung der Lehrerschaft bekundet, um das gemeinsame Ziel, den Unterricht friktionsfreier zu gestalten, angehen zu können. Die Schülerinnen und Schüler tragen alle Maßnahmen mit, indem sie seit Anbeginn des Projektes ihre Streitschlichter/innen selbst wählen und auch darüber abstim-men, ob sie in ihrer Klasse als Lärmsheriffs tätig sein wollen. Sie verhandeln mit den Lehrer/innen über die Art der Belohnung der Lärmsheriffs, wenn alle in der Klasse das Ziel gemeinsam erreicht haben. Damit geben sie teilweise selbst Lösungen vor, übernehmen eigenverantwortlich diverse Funktionen. Die Schülerinnen und Schüler haben auch in der neuen Verhaltensvereinbarung ihre Ideen mit eingebracht.
Die Verhaltensvereinbarung wird evaluiert und zwar durch: Das Projekt ist noch im Gange und wird folglich ständig evaluiert durch das Feedback aller drei Aktionsgruppen, der Schüler/innen, der Eltern und der Lehrer/Innen. Das Ergebnis ist eine schnellere, konsequentere Kommunikation, ein effektiveres Zusammenspiel der Schulpartner in Konfliktfällen.