Projektbeschreibung/-inhalt
„Sprachen verbinden" -
-Menschen verschiedener Herkunft, mit verschiedenen Muttersprachen und Kulturen
-Menschen unterschiedlichen Geschlechts
-Menschen aus verschiedenen Generationen
Ludwig Wittgenstein drückt es treffend aus:„Die Grenzen der Sprache sind die Grenzen der Welt...“
Je größer die Sprachkompetenz, desto größer „die Welt“–umso größer wird die Möglichkeit, sich in einer komplexen Umwelt zurechtzufinden und erfolgreich zu sein.
Sprache unterstützt den Menschen, die eigene Person kennen zu lernen, Selbstwert zu entwickeln, darüber hinaus mit dem Gegenüber in Kontakt zu treten, Konflikte zu erkennen und auch konstruktiv zu lösen. Verständnis kommt von Verständigung.
Kommunikative Kompetenz erlangen Menschen zuerst in der Muttersprache, dann in der Zweit- und Fremdsprache. Es ist unerlässlich, die Muttersprache wertzuschätzen und zu fördern.
Die Fremdsprache „Englisch“ fungiert als Brücke–im Fremdsprachenunterricht haben alle Kinder dieselben Ausgangsbedingungen.
Mit den Arbeiten am Projekt „Sprachen verbinden“ sollen Vorurteile bewusst gemacht und abgebaut werden.
Die Vorschulklasse und die beiden 1. Klassen mit den Diplompädagoginnen Ulrike Pistora, Petra Giefing-Zenz und Alexandra Urstadt erarbeiten gemeinsam einen „Sprachschatz“ aus den Sprachen Deutsch, Englisch, Türkisch und Italienisch. Es werden ein Sprachbilderbuch und ein Quartett gestaltet, das für den Unterricht der folgenden 1. Klassen verwendet werden wird.
Die 2. Klassen mit den Diplompädagoginnen Daniela Windholz und Barbara Wohlfahrt haben sich zum Ziel gesetzt, über ein Kunstprojekt zur Verständigung zu finden. Sie werden von der Künstlerin Barbara Pacholik begleitet: Bildung kommt von Bild. Bilder machen ist Gedanken, Erfahrungen, Träume etc. in eine/mehrere Sprachen zu übersetzen.
Die Kinder begegnen offen ihrer Umwelt, lassen sich auf andere ein und lernen zu verstehen. Jedes Kind entwickelt seine persönlichen Schriftzeichen. Sich so mitzuteilen ist für jedes Kind gleichermaßen möglich. Was Bedeutung hat, kommt zur Sprache. Darüber verständigen wir uns, und gelangen so zum Verständnis.
Die Arbeiten werden in einer öffentlichen Ausstellung mit feierlicher Eröffnung präsentiert. Ein Katalog mit Werken, Erfahrungen und Beschreibungen der Arbeitssequenzen wird begleitend aufgelegt.
Die 3. Klassen mit den Diplompädagoginnen Monika Schröck und Claudia Tieß erarbeiten ein
- Kurztheaterstück mit Musik, in dem durch Sprachschwierigkeiten entstandene Missverständnisse zwischen Mädchen und Jungen aus verschiedenen Kulturen entlarvt und beseitigt werden. Eine Vorführung an der Schule findet im Juni statt, weitere Vorführungen sind für die Schulen im Bezirk im Schuljahr 2010/11 geplant.
- Zusätzlich dazu gestalten die 3. Klassen Sprachensteckbriefe um den Kindern andere Sprachen bewusst zu machen, insbesondere jene, die von den Kindern zu Hause gesprochen werden. Jeder Steckbrief enthält strukturierte Informationen zu: Sprache-Land-Fahne-Wo die Sprache noch gesprochen wird-einzelne Wörter-Sprachbrücken-Interessantes.
Die Steckbriefe werden im Schulhaus ausgestellt, in weiterer Folge dienen sie als Unterstützung für den zukünftigen Unterricht.
Die 4. Klasse mit Diplompädagogin Karin Mech bearbeitet zum Projekt folgende Schwerpunkte:
- Von der Sprache der Kinder zu den Sprachen der Welt: Die Sprachbiografien (eigene und andere) werden erarbeitet und visualisiert. Texte werden in verschiedenen Sprachen angehört-andere Klangbilder aufgenommen. Plakate zu den Herkunftsländern der Kinder werden erstellt.
- Kinder entdecken Sprache: Einsichten in Wortbilder und Wortbedeutung werden gewonnen.
- Musik und Kunst sind Sprachen: Internationale Lieder und Tänze werden als Ausdrucksmittel erlebt und erlernt.
- So ein Theater! Aus Portraitfotos werden Hinweise auf Gefühle und Gedanken gewonnen. Pantomimisch werden Gefühle und interaktive Sequenzen durchgearbeitet und kultur- bzw. geschlechtsspezifische Muster entdeckt.
- Minisprachkurs: Türkisch für die Hosentasche: Gemeinsam lernen Kinder und Eltern "Türkisch" – ein Miniwörterbuch (für die Hosentasche) wird hergestellt.
- Latein lebt: Einsichten in Sprachstrukturen werden durch Entdecken, Ordnen und Vergleichen gewonnen.
- How we can learn foreign languages: Durch erstellte „minibooklets“ und Spiele wird der Vokabelschatz präsentiert. Lernstrategien werden ausprobiert.
- Erstellen eines internationalen Kochbuches: Gemeinsam mit den Eltern wird ein Kochbuch erstellt – die Speisen „probeverkostet“.
- Interkulturelles Abschlussfest: Alle Arbeiten werden auf von SchülerInnen gestalteten Schautischen präsentiert. Zu den Ländern wird ein Kostprobenbuffet angeboten, Büchertische mit Reiselektüre und fremdsprachlichen Büchern werden präsentiert. Begleitende Präsentation des Kochbuches und Vorführen internationaler Lieder und Tänze. Es werden sowohl Vertreter der Kommune als auch aus anderen Schulen und die Eltern eingeladen.
Unterstützt werden die Klassen durch Diplompädagogin Alexandra Weißenböck, Religionspädagogin Doris Matzl und die beiden Native Speakerinnen Stacey Einfalt und Louise Grünauer.
Die Schulgemeinschaft nahm am 9. Österreichischen Friedenslauf am 24. April 2010 in Wien teil – 250 gelaufene Runden erwirtschafteten 458,00 Euro Sponsoring.
Am 7. Mai 2010 gestaltet der Elternverein ein Fest, zu dem der Förderverein die Fußballspieler Aleksander Dragovic (FK Austria) und Yasin Pehlivan (SK Rapid)-beide mit Migrationshintergrund, Spieler des österreichischen Nationalteams und aus konkurrierenden Vereinen-eingeladen hat. Sie stehen den SchülerInnen für Fragen zur Verfügung und geben Autogramme.
Der Förderverein der Volksschule in der Josefstadt , der das interkulturelle Verständnis fördert, unterstützt die Aktivitäten zu diesem Projekt aktiv, materiell und ideell und organisiert im Juni ein Benefizveranstaltung für die Schule, um einen Rahmen zu schaffen, in dem Kommunikation Thema ist und gefördert werden soll.
Ziel/e des Projekts
• Verständigung zwischen Menschen verschiedener Herkunft, mit verschiedenen Muttersprachen und Kulturen – Vielfalt leben
• Verständigung zwischen Menschen unterschiedlichen Geschlechts
• Verständigung zwischen Menschen aus verschiedenen Generationen
• Kommunikative Kompetenz in der Muttersprache und weiterführend in der Zweit- und Fremdsprache erlangen – die Muttersprache pflegen und wertschätzen
• Über den Erwerb kommunikativer Kompetenzen vom ICH zum DU zu gelangen – den eigenen Selbstwert schätzen und zur Sozialkompetenz erweitern
• Über den Erwerb kommunikativer Kompetenzen
Konflikte erkennen und Problemlösungsstrategien erarbeiten
Die SchülerInnen sollen vor allem im Hinblick auf Weltoffenheit und Auseinandersetzung mit anderen Kulturen, ein Niveau an kommunikativer Kompetenz in der Zweit- und Drittsprache erlangen und sich über verschiedene Werte und Normen bzw. Rollenvorstellungen verständigen können. Kulturspezifische und hier auch geschlechtsspezifische Muster sollen erkannt und hinterfragt werden – eine Verständigung angebahnt werden.
Erfolge und Besonderes
Die Beteiligten entwickelten eine Begeisterung und es entstand eine Dynamik, die den Projektverlauf sehr positiv beeinflusste.
Der Erwerb von neuem Wissen und der Fokus auf das Kommunikationsverhalten unterstützten die persönliche Entwicklung aller.
Die SchülerInnen zeichnen sich durch Toleranz, Kreativität, einen hohen Gerechtigkeitssinn und Zivilcourage aus, sie beziehen Stellung und leben ein förderliches und vielfältiges Miteinander.
Alle Schulpartner sind am Gelingen des Projektes nach ihren persönlichen Möglichkeiten beteiligt, arbeiten zusammen und schaffen so eine gesunde Basis, von der aus sich die Kinder optimal zu eigenständigen, toleranten Individuen entwickeln und wertvolle, respektvolle, friedliche Kommunikation lernen können.
Zeitrahmen
Das Projekt wurde im Schuljahr 2008/09 grundgelegt, 2009/10 gestartet und dauert noch an.
Im Schuljahr 2010/11 soll es im Sinne einer Nachhaltigkeit erweitert werden: Begonnen haben wir im voriges Schuljahr mit dem Aufbau der persönlichen Eigenständigkeit und Selbstkompetenz – heuer führen wir unser Projekt „Sprachen verbinden“ durch, das vor allem die kommunikative Kompetenz zum Ziel hat. In den weiterführenden Aktivitäten wird der Aufbau besonderer Konfliktlösekompetenz und Teamfähigkeit im Mittelpunkt stehen.
Partner
Elternverein der VS Josefstadt: Unterstützung durch aktive Mithilfe und Organisation eines Schulfestes mit einem internationalen Speisenangebot.
Frau Pacholik Barbara: Künstlerische Unterstützung der SchülerInnen und PädagogInnen der 2. Klassen.
Förderverein der VS Josefstadt: Unterstützung aktiv, materiell und ideell, Einladen von Gästen mit Migrationshintergrund, Organisation einer Benefizveranstaltung für die Schule, um einen Rahmen zu schaffen, in dem vor allem Kommunikation Thema ist und gefördert werden soll.
Vertreterinnen der Kommune: Das Integrationsreferat organisiert Elternabende in türkischer Sprache
Evaluierung
Das Projekt wird evaluiert und zwar durch:
Es soll eine Reflexion im Schulforum stattfinden, vor allem um Stolpersteine herauszufinden und eine Weiterentwicklung zu gewährleisten.
Fragebögen an Eltern und SchülerInnen werden erarbeitet und ausgewertet.