E L T E R N V E R E I N des Ella Lingens Gymnasiums BG, BRG und BORG, 1210 Wien, Gerasdorferstraße 103 e-mail: elternverein@elgym.at; www.ev-elgym.at ZVR-Zahl: 88 7739448 _________________________________________________ Fairness Award 2009 AHS 1.-4. Schulstufe (11-14 Jahre) Einreichung der Verhaltensvereinbarung Der Text der Verhaltensvereinbarungen ist seit 22.11.2007/1.4.2008 unverändert in Kraft; eine Modifikation erscheint bis dato nicht notwendig. Dagegen wurden der Maßnahmenkatalog (vgl. den folgenden Punkt) und die entsprechenden Wiedergutmachungen bereits zweimalevaluiert und damit auch weiterentwickelt. Die Wiedergutmachung wird – obwohl vollkommen freiwillig – bisher von allen Schülern, die (zusammen mit ihren Eltern) vor das Komitee geladen wurden, in Anspruch genommen und ausgeführt; ein Hinweis auf wachsende Einsicht zum inkriminierten Verhalten. Um dem Begriff des Disziplinarkomitees etwas vom strafenden Ansatz des Disziplinarverfahrens zu nehmen und den zutiefst pädagogischen Charakter dieses Komitees zu betonen, besteht zurzeit die Absicht, es im kommenden Schuljahr in „Verhaltenskomitee“ umzubenennen. Dr. Gerhard Pawlowsky, EV-Obmann 2007/08 Dr. Roland Ferth, EV-Obmann 2008/09 (beide in den Arbeitsgruppen „Verhaltensvereinbarungen“ und „Disziplinarkomitee“ seit 10/2006 und im Disziplinarkomitee vertreten)
Die Zielsetzung ist eine grundsätzliche Übereinkunft über die gemeinsame Arbeit und die Umgangsformen miteinander in der Schule. Im Besonderen wurde auf die konstruktive gemeinsame Arbeit und den respektvollen Umgang miteinander und mit dem Eigentum; zugleich wurde eine klare Abkehr von Fehlhaltungen in Richtung Drogen, Alkohol und Rauchen oder Gewalt dokumentiert. Die Umsetzung von Verhaltensvereinbarungen hängt an der Zustimmung auf breiter Basis und auch an adäquaten Kontrollmechanismen. In diesem Zusammenhang wurde in der Folge (in weiteren 6 Sitzungen von derselben Gruppe) ein Maßnahmenkatalog entwickelt, der nicht nur Fehlverhalten grob auflistete, sondern – und darauf war die Gruppe besonders stolz – ebenso Wiedergutmachungen mit einschloss. Zugleich wurde ein – wiederum paritätisch von den Schulpartnern besetztes – Disziplinarkomitee eingesetzt, das schwieriges und gruppenstörendes Verhalten bereits in „statu nascendi“ erkennen und darauf reagieren sollte; diesem Komitee wurde auch die Aufgabe zugeordnet, im Vorfeld von Disziplinar-Schulkonferenzen zu wirken. Diese Umsetzungsmaßnahmen wurden am 1.4.2008, wiederum einstimmig, im SGA beschlossen. Die Verhaltensvereinbarungen wurden zusammen mit der Einsetzung des Disziplinarkomitees am 1.4.2008 sogleich den Eltern, Lehrern und Schülern bekanntgemacht. Seitdem werden die Verhaltensvereinbarungen allen neuen Schülern und Eltern zugleich mit der Aufnahme ins Gymnasium mitgeteilt und sie bestätigen die Kenntnisnahme durch ihre Unterschrift.
das Projekt läuft derzeit
Der Erfolg? Gemessen an äußeren Daten kann festgehalten werden, - dass Vandalenakte, wie sie noch im Herbst 2006 vorgekommen sind, nicht mehr auftreten, und - dass es für Disziplinar-Schulkonferenzen, wie im Schuljahr 2006/07 insgesamt 4 x gebraucht, bislang keinen weiteren Anlass gab. Vielleicht wichtiger noch: - Zwei Professorinnen, die sich dem Disziplinarkomitee besonders widmen, werden, so berichten sie, mehr und mehr als Vertrauenspersonen herangezogen, wenn es um den Umgang mit „schwierigen“ Schülern geht. Es spricht Einiges dafür, dass Zivilcourage an die Stelle von lustvollem Fehlverhalten tritt.
Die Idee für Verhaltensvereinbarungen entstand im Gespräch zwischen der Elternvertretung und der Direktion / Administration im Frühjahr 2006; sie folgte der Namensgebung der Schule als „Ella Lingens-Gymnasium“ nach der österreichischen Widerstandskämpferin Dr. Ella Lingens (1908-2002), der seitdem jedes Jahr eine „Ella Lingens-Woche“ im Frühjahr des Schuljahres gewidmet ist. Die Arbeit an den Verhaltensvereinbarungen begann, von Anfang an paritätisch von den Schulpartnern besetzt, in einem etwa 12-köpfigen Gremium im Herbst 2006 (lange bevor das Regierungsprogramm im Jänner 2007 die Entwicklung von Verhaltensvereinbarungen als Ziel benannte). In 8 teilweise mehrstündigen Sitzungen wurde eine von allen getragene Übereinstimmung über den Text der Verhaltensvereinbarungen erzielt. Dieser Text, rechtlich durch den Landesschulinspektor überprüft, wurde am 22.11.2007 im Schulgemeinschaftsausschuss einstimmig beschlossen. Der Prozess der Entwicklung der Verhaltensvereinbarungen nahm – von der Idee bis zum Beschluss – etwa 1½ Jahre in Anspruch.
Es waren in einem langen Prozess über mehr als ein ganzes Schuljahr alle Schulpartner in die Entwicklung der Verhaltensvereinbarungen eingebunden.
Die Verhaltensvereinbarung wird evaluiert und zwar durch: Die Evaluierung des Maßnahmenkatalogs und der Verhaltensvereinbarungen erfolgt am Ende jedes Schuljahres durch die Grupp der Personen, die das Disziplinarkomitee bilden (jeder Schulpartner stellt einen Pool von 2-5 Personen, von denen nach Maßgabe der Verfügbarkeit jeweils 2 Personen das aktuelle Disziplinarkomitee bilden).