"Balu und Du" ist ein ehrenamtliches Projekt, das Kinder im Grundschulalter fördert. Es kümmert sich um Kinder, die aus verschiedenen Gründen ein bisschen mehr Zuwendung gebrauchen können - also Kinder mit familiären oder psychischen Problemen, Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder sonstige traumatische Erfahrungen machen mussten und Kinder, die in der Schule "verhaltensauffällig" werden. Ebenso werden Kinder aus besonders anregungsarmen Milieus (dh. aus extrem armen, sozioökonomisch randständigen Familien, oft mit Migrationshintergrund) im Projekt gefördert. Die Kinder werden von ihren LehrerInnen vorgeschlagen. Jedem "Mogli", also dem betreffenden Kind, wird ein "Balu", einE StudentIn der PH, als MentorIn zur Seite gestellt. Die beiden treffen sich ein Jahr lang einmal in der Woche für ein paar Stunden. Sie unternehmen gemeinsam Dinge, die schlummernde Begabungen des "Moglis" wecken und das Kind fördern. "Balu" und "Mogli" meistern gemeinsam Schwierigkeiten des Alltags, erleben neue Dinge zu Hause oder an der frischen Luft und haben Freude an gemeinsamen Aktivitäten. "Balu" bietet dem Kind Anregungen über das schulische Umfeld hinaus. Das Kind baut auf diese Weise Selbstvertrauen auf, wodurch sich oft auch die schulischen Leistungen verbessern. Kernpunkt ist der Aufbau eines zwischenmenschlichen Vertrauensverhältnisses zwischen Balu und Mogli, das Mogli ermöglicht, auch ganz persönliche Probleme mit Balu besprechen und Verständnis und gegebenenfalls Hilfe erwarten zu können. Die Balus werden bei ihrer Tätigkeit im Rahmen einer Lehrveranstaltung auf der PH supervidiert und erhalten für die Teilnahme am Projekt ein Lehrveranstaltungszeugnis (1 Semester-Wstd. Politische Bildung) und eine Praktikumsbestätigung. Sie schreiben jede Woche ein Tagebuchblatt, das zum Evaluationsteam des Projekts an die Uni Osnabrück (Prof. Hildegard Müller-Kohlenberg) geschickt wird.
- Soziale Kompetenzen stärken - Sprachliche Kompetenzen stärken (v.a. auch in Deutsch) - Neue Erlebnisse und Erfahrungen vermitteln - Handlungsrepertoire erweitern - Aktivieren - Schlummernde Fähigkeiten stärken (Empowerment) - Freude und Optimismus wecken - Schulleistungen verbessern - Verbindung zu Freunden, Vereinen und Netzwerken herstellen - Positives Selbstbild entwickeln - Devianz und Gewaltbereitschaft vorbeugen
"Moglis" sind Kinder im Grundschulalter (zwischen 6 und 11 Jahren), die sich auf dem oftmals schwierigen Weg ins Jugendalter befinden. Kinder, die besondere soziale Bedürfnisse und oft einen schwierigen sozialen Hintergrund haben, bekommen im Projekt eineN großeN VertrauteN, der/die dem Kind mit Rat und Tat zur Seite steht. Ein Kind kann "Mogli" werden, wenn es von LehrerInnen mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten für das Projekt vorgeschlagen wird. Vorgeschlagen werden demnach vor allem Kinder, die in der Schule "auffällig" werden, weil sie psychische oder soziale Probleme haben, aus sozioökonomisch besonders randständigen Milieus (oft mit Migrationshintergrund) kommen oder mit sonstigen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
das Projekt läuft derzeit
Im Pilotjahr 2006/07 lief das Projekt bereits (in Kooperation mit der damaligen PädAk). Am Ende dieses Projektjahres zeigte sich, dass wirklich tiefe Beziehungen zwischen Balus und Moglis entstanden waren und die Tandems auch weiterhin Kontakt zueinander halten werden. Auch heute noch hören wir von den ehemaligen Moglis, dass sie sich mit ihren ehemaligen Balus treffen und sich bei ihnen Rat und Hilfe holen. Die Balus formulierten im Pilotjahr in der Abschlussreflexion, dass sie durch die Begleitung ihres Moglis während des ganzen Schuljahres eine neue, vertiefte Sensibilität für die Probleme und sozialen Hintergründe von "Problemkindern" entwickelt hätten und dies auch ihre zukünftige Rolle als LehrerInnen maßgeblich beeinflussen würde.
Pilotprojektjahr war das Schuljahr 2006/07, dann konnte das Projekt ein Jahr lang (2007/08) wegen organisatorischer Schwierigkeiten im Zuge der Umstellung der PädAk auf PHs nicht fortgesetzt werden und ab September 2008 wird es wieder laufen. Die Tandems arbeiten ein Schuljahr hindurch zusammen. Danach soll weiterhin privater Kontakt bestehen, die Tandems werden aber nicht mehr über das Projekt betreut.
"Rettet das Kind" hat uns im Projektjahr 2006/07 mit 2000€ unterstützt (damals hatten wir 24 Tandems).
Das Projekt wird evaluiert und zwar durch: Uni Osnabrück, Prof. Hildegard Müller-Kohlenberg + Team