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Übersicht der Einreichungen

Das Buddy-Projekt: Verantwortung lernen, Gewalt verhindern.

Projektveranwortliche(r)

Mag. Martin Steidl, Mag. Adeline Heim

Schule

BG/BRG/SRG Reithmannstraße
AHS
Reithmannstraße 1-3
Innsbruck

Angaben zum Projekt

Projektbeschreibung/-inhalt

Das Buddy-Projekt ist ein im Schuljahr 2004/05 am Reithmanngymnasium Innsbruck gestartetes Peer Education Programm, das inzwischen zu einem wesentlichen Bestandteil des Schulprofils geworden ist und auch bei anderen Schulen (sowohl AHS als auch Pflichtschulen), sowie bei internationalen Konferenzen auf großes Interesse gestoßen ist. Die Umsetzung des Buddy-Prinzips wird in den nächsten beiden Schuljahren bildungspolitischer Schwerpunkt in Tirol sein.

Im Buddy-Projekt betreuen ausgebildete SchülerInnen aus der Oberstufe vier Jahre lang die ihnen anvertrauten SchülerInnen der Unterstufe. Das Programm setzt sich die Förderung der sozialen Handlungskompetenz der SchülerInnen zum Ziel und leistet so einen entscheidenden Beitrag zur Gewaltprävention an der Schule und damit zu einer Verbesserung des Schul- und Klassenklimas im Allgemeinen.

Schüler der ersten Klasse bekommen am Anfang ihrer gymnasialen Schullaufbahn Buddys (engl. Freund, Kumpel) aus den fünften Klassen zur Seite gestellt, die sie durch die vier Jahre Unterstufe begleiten. Die Betreuung von jüngeren Schülern wird dabei durch Programme zum Sozialen Lernen (z. B. Eingangsprogramm), wie sie in der Regel von den jeweiligen Klassenvorständen gemeinsam mit ihren Klassen-Buddys in der Unterstufe durchgeführt werden, ergänzt. Eine enge Zusammenarbeit der Klassenvorstände mit den Buddys ihrer Klasse ist dazu Voraussetzung. Nach Abschluss der Unterstufe können sich Schüler der vierten Klassen zu Buddys ausbilden lassen und ihrerseits mit der Betreuung von Erstklässlern beginnen.

Buddys werden in einem Workshop von den Projektbetreuern auf ihre neue Tätigkeit vorbereitet. Die Ausbildung findet an einem Wochenende (Freitag bis Sonntag) außerhalb der Schule statt. Während des Schuljahres werden die Peers im wöchentlichen Buddycafe betreut.

Von den SchülerInnen verlangt das Projekt zusätzliche Arbeit in der Freizeit. Die Tätigkeit als Buddy findet fast ausschließlich außerhalb der Unterrichtszeit statt (Ausbildung, Öffentlichkeitsarbeit, Beratung und Betreuung, Konfliktbearbeitungen, Freizeitaktivitäten, wie z. B. Kino, Pizza-Essen mit ihren Schützlingen). Sie unterstützen die Klassenvorstände in ihrer Arbeit (Soziales Lernen, Schulveranstaltungen, Beratung, Konfliktlösung, …). Eine wichtige Aufgabe besteht auch in der Präsentation des Projekts bzw. ihrer Arbeit bei diversen Veranstaltungen. Außerdem werden sie in die Planung und Durchführung der Trainings für die neuen Peers miteingebunden.

Damit das Projekt gelingt und nachhaltig wirkt, braucht es eine breite Unterstützung durch die Schulgemeinschaft (Direktion, Lehrkörper, Eltern, SchülerInnen). Durch eine Verankerung im Schulprofil und im Stundenplan (z.B. als Angebot einer Unverbindlichen Übung) wird die Akzeptanz gefördert.

Ziel/e des Projekts

Durch das Projekt sollen Konfliktlösungs- und Sozialkompetenzen vermittelt werden um nachhaltig eine Veränderung im Umgang miteinander (LehrerInnen, SchülerInnen, Eltern) zu bewirken. Durch die Förderung des Empathievermögens soll der Respekt bei der Wahrnehmung anderer Menschen, ihrer Bedürfnisse, Interessen und Empfindungen und damit eine Veränderung der Werte bzw. Haltung erreicht werden.
Es wird der Peer-Education-Ansatz eingesetzt, d.h., Jugendliche werden aktiv, sie übernehmen Verantwortung und gestalten das Klima an der Schule wesentlich mit.
Durch die Förderung von Kooperation, Kommunikation und lösungsorientierter Konfliktbearbeitung wirkt das Projekt gewaltpräventiv. Die SchülerInnen tragen die Verantwortung für das Zusammenleben in der Schule mit. Dadurch ergibt sich eine Entlastung der LehrerInnen. Dies trägt insgesamt zu einer Verbesserung des Schulklimas bei.


Zielgruppe/n

Das Projekt wurde im Schuljahr 2003/04 als Pilotprojekt mit zwei ersten Klassen und sechs Buddys/ Peer Mediatoren gestartet. Ab dem Schuljahr 2004/05 wurden alle ersten Klassen des jeweiligen Jahrgangs von Buddys betreut. Es werden in jedem Schuljahr ca. 20 neue Buddys ausgebildet, somit kann jede Klasse von 4 – 5 Buddys betreut werden. Insgesamt sind bisher 18 Unterstufenklassen in das Projekt einbezogen worden, mit dem Schuljahr 2007/08 werden alle Unterstufenklassen mit Buddys arbeiten können. Das Team der bisher ausgebildeten Buddys (derzeit 93 ausgebildete Buddys) setzt sich aus SchülerInnen der 5. – 8. Klassen zusammen. Bei einer Gesamtschülerzahl von ca. 980 SchülerInnen sind somit beinahe 2/3 aller SchülerInnen in irgendeiner Form (als Betreute oder als Buddys) in das Projekt miteinbezogen.

Status quo

das Projekt läuft derzeit

Erfolge und Besonderes

Erfolge:
Das Buddy-Projekt stößt sowohl im Inland (Präsentation bei DirektorInnentagungen verschiedener Schultypen, Bundesseminar "Mediation", Fernsehbericht, ...) als auch im Ausland ("Leadership For Learning" Konferenzen in Kopenhagen und Athen, Anfragen aus Deutschland, Besuch einer LehrerInnendelegation aus London, Schulbezirk Brent) auf großes Interesse und hat Modellcharakter für das im nächsten Schuljahr bundeslandweit und schultypenübergreifend startende Buddy-Projekt Tirol.

Besonderes:
SchülerInnen lernen und leben Verantwortung für sich und für andere. Sie erlernen durch das Lösen realer Probleme wichtige Sozialkompetenzen und werden dadurch für die Gestaltung sozialer Beziehungen außerhalb der Schule vorbereitet. Sie erfahren tagtäglich, dass ihre Arbeit wirksam ist, dass ihre Arbeit Veränderungen bewirkt (bei denen, die sie betreuen, bei denen, mit denen sie zusammenarbeiten, u. a. bei LehrerInnen), dass ihre Arbeit von allen Schulpartnern überaus geschätzt wird. Mit dem Maturazeugnis bzw. beim Ausscheiden aus der Schule erhalten die SchülerInnen ein Zertifikat, das eine ausführliche Beschreibung ihrer Tätigkeien und Fertigkeiten beinhaltet. Erfahrungen zeigen, dass die SchülerInnen dadurch eindeutig einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen BewerberInnen haben.
Für die Betreuten bringt das Buddy-Projekt neben einem sanfteren Schuleinstieg Vorteile in mehrfacher Hinsicht: Buddys werden zu ihren Freunden und Ratgeber in der Schule, an die sie sich wenden können, wenn schulische und persönliche Probleme auftauchen. Der Erkenntnis folgend dass "große Probleme klein beginnen," hat die Arbeit der Buddys einen besonderen Stellenwert für die schulische und persönliche Entwicklung der Betreuten. Außenseiterproblematiken können von Buddys beispielsweise früh erkannt werden. Buddys sind eine Bindeglied zwischen den jüngeren SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern und werden als solche auch wahr genommen. Daneben ergibt sich durch die Aufhebung der vertikalen, d. h. auf Schulstufen bezogenen, "Schülerhierarchie" in der Schule ein unschätzbarer Vorteil für das Miteinander in der Schulgemeinschaft im Schulalltag.
Eine Ausweitung des Projekts auf außerschulische Einrichtungen ist geplant.

Zeitrahmen

Start des Pilotprojekts (zwei erste Klassen) im Schuljahr 2003/04, Implementierung im Schuljahr 2004/05. Das Buddy-Projekt ist Bestandteil des Schullebens am Reithmanngymnasium Innsbruck und läuft weiter.

Evaluierung

Das Projekt wird evaluiert und zwar durch:
Das Buddyprojekt wurde im Schuljahr 2005/06 von einer Studentin der Universität Innsbruck evaluiert.
Kaczmarek, Malgorzata: Das Buddy Projekt. Forschungsprojekt für das Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung der Universität Innsbruck. (März 2006)

Übersicht der Einreichungen
Bildergalerie
Buddy Projekt am Reithmanngymnasium Innsbruck
Logo: Bundesministerium für Untericht Kunst und Kultur